Daten deuten

Der sozioökonomische Berichtsansatz stützt sich auf verschiedene Datensätze aus den amtlichen Bevölkerungsumfragen und aus prozessproduzierten Verwaltungsregistern. Für die deskriptive Statistik sind sowohl Querschnitt- als auch Längsschnittdaten erforderlich. Ergänzende multivariate Analysen sind ebenso wie qualitative Empirie und historische Entwicklungslinien in die Darstellung zu integrieren. Zum methodischen Profil des sozioökonomischen Berichtsansatzes gehört, dass Ergebnissen qualitativer Forschung größerer Raum gegeben wird, als das bisher üblich ist. Direkte Kontakte und eine verbesserte Kooperation zwischen den bearbeitenden Wissenschaftlern, die ein Interesse an bestimmten Datenzugängen haben, und Datenhaltern der amtlichen und wissenschaftlichen Statistik, die ihre Datenbestände besser genutzt und für wissenschaftliche Analysen erschlossen sehen wollen, dürften zur Verbreiterung der Datenbasis für die Berichterstattung beitragen. Zwischen dem sozioökonomischen Berichtsansatz und anderen, insbesondere spezialisierten Berichtssystemen sind wechselseitige Kommentierungen von Ergebnissen sowie Kooperationen bei der Operationalisierung von Konzepten und Indikatoren in Überschneidungsbereichen und bei der Nutzung von Datensätzen denkbar und wünschenswert. Ausgewertete Daten sprechen nicht für sich selbst. Sie sollen daher in einem theoretisch begründeten Modellzusammenhang zusammengeführt und in sozioökonomischen Zustandsbeschreibungen deutend interpretiert werden.