Panel 2: Konsum und (ökologische) Nachhaltigkeit

Nachhaltige Entwicklung, so definiert es der vielzitierte Brundtland Bericht, meint eine Entwicklung, die es gegenwärtigen und zukünftigen Generationen ermöglicht, ihre Bedürfnisse zu befriedigen (WCED 1987). Nachhaltige Entwicklung konstatiert ein Spannungsverhältnis zwischen den sich verändernden Bedürfnissen einer wachsenden Weltbevölkerung und begrenzten natürlichen Ressourcen sowie einer begrenzten Kapazität der Umwelt, Belastungen aufzufangen. Nachhaltigkeit hat daher einen ökologischen Kern, umfasst aber auch soziale, ökonomische und politische Aspekte. Konsum dient der Bedürfnisbefriedigung und es fragt sich, wie er mit (ökologischer) Nachhaltigkeit zu vereinbaren ist. Ökologische Nachhaltigkeit im engeren Sinne stellt den Erhalt der Funktionsfähigkeit natürlicher Systeme als Voraussetzung menschlichen Seins auch in der Zukunft in den Vordergrund. Als ökologisch nachhaltig gilt folglich Konsum, der einen Beitrag zur Minderung der Umweltprobleme (Klimawandel etc.) leistet oder deren weitere Verstärkung verhindert und gleichzeitig die Befriedigung der Bedürfnisse sicherstellt. Dabei spielen oft neben dem ökologischen auch andere Motive – z.B. gesundheitliche, soziale und finanzielle – eine Rolle, so dass nachhaltiger Konsum sowohl bewussten oder unbewussten, intendierten oder nicht intendierten Charakter tragen kann. Auch bei ökologisch nachhaltigem Konsum kommt die symbolische bzw. demonstrative Funktion des Konsums zur Geltung. Der umweltschonendste Konsum ist in gewissem Sinne der, der nicht stattfindet. Daher ist ökologisch nachhaltiger Konsum schwierig zu erfassen. Ziel des Panels ist es, die Konzipierung und die Möglichkeit der empirischen Erfassung von ökologisch nachhaltigem Konsum zu diskutieren.

 

Vorträge

  • Dr. Antonietta Di Giulio/ Rico Defila (Universität Basel): Bedürfnisse und Konsum: Theorierahmen und Forschungsergebnisse zur gesellschaftlichen Gestaltung nachhaltigen Konsums
  • Dr. Ortrud Leßmann (Helmut-Schmidt-Universität Hamburg)/ Torsten Masson (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung): Nachhaltiger Konsum: eine empirische Analyse auf der Grundlage des Capability Ansatzes
  • Prof. Dr. Ingo Balderjahn (Universität Potsdam): Formen nachhaltiger Konsumstile: Identifikation, Hintergründe und Strukturen

 

Literatur

WCED (1987): Our Common Future. World Commission on Environment and Development. New York (Oxford University Press).

Folien
Leßmann, Ortrud/ Masson, Torsten: Nachhaltiger Konsum: eine empirische Analyse auf der Grundlage des Capability Ansatzes PDF
Dr. Antonietta Di Giulio/ Rico Defila: Bedürfnisse und Konsum: Theorierahmen und Forschungsergebnisse zur gesellschaftlichen Gestaltung nachhaltigen Konsums