Werkstattgespräch Konsum und Nachhaltigkeit in der Sozioökonomischen Berichterstattung

Die soeb-Werkstattgespräche sind ein Veranstaltungsformat, mit dem sich der Verbund einer Fachöffentlichkeit öffnet, um sich mit ausgewählten externen Experten zu seinen Fragestellungen und Konzepten auszutauschen.

Ein erstes fachöffentliches Werkstattgespräch fand unter dem Titel „Konsum und Nachhaltigkeit in der Sozioökonomischen Berichterstattung“ als zweitägige Veranstaltung am 2. und 3. Juni 2014 in Göttingen statt.

Die Betrachtung von Konsum im Hinblick auf Teilhabe und Nachhaltigkeit stellt eine thematische Erweiterung des Dritten Berichts gegenüber den vorangegangenen beiden Berichtsphasen dar. Auch aus diesem Grunde galt diesem Thema das erste Werkstattgespräch.

Für die sozioökonomische Berichterstattung erscheint ein weiter Konsumbegriff zweckmäßig, nach dem Konsumhandlungen nicht nur den Kauf, sondern allgemein das Auswählen, Beschaffen, Nutzen bzw. Verbrauchen, Entsorgen und Weitergeben von Konsumgütern umfassen (Blättel-Mink et al. 2013: 10). Nur so ist es möglich, die durch Konsum vermittelte gesellschaftliche Teilhabe in den Blick zu nehmen, die auf der Sicherung physiologischer Grundbedürfnisse fußt, sich darüber hinaus jedoch auch auf soziale Aspekte erstreckt. Allerdings lassen sich nicht alle Bestandteile dieses weiten Konsumbegriffs leicht erfassen und in Bezug auf ihre Relevanz für gesellschaftliche Teilhabe einschätzen (Panel 1, siehe obigen Link). Zudem bleibt Nachhaltigkeit im wissenschaftlichen Diskurs ein vielschichtig und kontrovers diskutierter Begriff. Zur Orientierung bietet sich deshalb die Konzentration auf den ökologischen Aspekt an (Panel 2). Im Hinblick auf Teilhabe durch Konsum stellt sich zum einen die Frage, ob es schichtspezifische Konsummuster gibt, und zum anderen, inwiefern diese Konsummuster gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Im Falle von Armut kann selbst die Befriedigung physiologischer Grundbedürfnisse gefährdet sein (Panel 3). Nachhaltigkeit und Teilhabe lassen sich schließlich aufeinander beziehen, um Wechselwirkungen und Interdependenzen offen zu legen. Es ist zu vermuten, dass nachhaltiger Konsum oft die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe zeigen soll und somit schichtspezifisch ist. Er lässt sich somit selbst als (neue) Dimension der Teilhabe (an der Lösung gesellschaftlicher Aufgaben) sehen, die ggf. nicht allen offen steht. Gleichzeitig ist zu vermuten, dass Armutskonsum oft die Umwelt mehr schont als jener demonstrativ nachhaltige Konsum (Panel 4).

Literatur

Blättel-Mink, B.; Brohmann, B.; Defila, R. u.a (2013): Konsumbotschaften. Was Forschende für die gesellschaftliche Gestaltung nachhaltigen Konsums empfehlen. Stuttgart (S. Hirzel).

Dokumente
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Folien
Bartelheimer, Peter: Einführung: Konsum sozioökonomisch gesehen PDF