Kapitel 19: Zunehmende Gefährdung des Lebensstandards im Alter

Aus dem untenstehenden Arbeitspaket 14: "Einkommen, Konsum und soziale Teilhabe im Alter" ist das Kapitel "Zunehmende Gefährdung des Lebensstandards im Alter" resultiert.

Die Autoren haben durch Ihre Analysen herausgefunden, dass eine zunehmende Gefährdung des Lebensstandards im Alter besteht:

Analysen mit den Einkommens- und Verbrauchsstichproben 1998-2013 belegen, dass die Armut Älterer im Vergleich zu jüngeren Altersgruppen vor allem ab dem Jahr 2003 überdurchschnittlich gestiegen ist. Dies trifft besonders auf Einpersonenhaushalte und darunter insbesondere auf Arbeitslose oder Personen zu, die vor dem 65. Lebensjahr im Ruhestand sind. Bei den beiden letztgenannten Gruppen zeigt sich auch eine zunehmende Einschränkung der Konsumteilhabe im Sinne eines gestiegenen Ausgabenanteils für Grundbedarfe und eines geringeren Spielraums bei Konsumbereichen wie Freizeit, Unterhaltung und Kultur. Längsschnittuntersuchungen des Lebensstandards mit dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) bestätigen, dass die heutige Generation der Rentnerinnen und Rentner häufiger auf Konsumgüter aus finanziellen Gründen verzichten müssen als frühere Kohorten. Außerdem deuten die Befunde darauf hin, dass heute auch 50-65-Jährige vor dem Ruhestand materiell schlechter gestellt sind, als die Generationen vor ihnen. Für die soziale Teilhabe und Partizipation ist darüber hinaus bedeutsam, dass sich Haushalte und Personen mit unterdurchschnittlicher Ressourcenausstattung signifikant weniger häufig politisch und bürgerschaftlich engagieren. Darüber hinaus pflegen sie seltener regelmäßige Beziehungen mit Freunden und Verwandten und partizipieren nur unterdurchschnittlich am kulturellen Leben. 

Das Kapitel steht unter diesem Link als Online-First Version zum Download bereit.

 

Arbeitspaket 14: Einkommen, Konsum und soziale Teilhabe im Alter

Arbeitspaket 14 „Einkommen, Konsum und soziale Teilhabe im Alter“ (INIFES) fragt danach, wie sich die längere Dauer der Lebensphase jenseits des 65. Lebensjahrs bei gleichzeitig zunehmender Spreizung der Alterseinkünfte auf die Konsumstruktur Älterer auswirkt. Zu erwarten ist eine Ausdifferenzierung des Teilhabemodus der älteren Bevölkerung. Es werden die Konsumprofile Älterer sowie auch ihre Aktivitätsmuster –  z. B. in Bezug auf das Wohnen und die medizinische Versorgung beobachtet, wobei auch Inanspruchnahme und Verteilungswirkung von öffentlichen Gütern zu berücksichtigen sind. Einkommensstarke Bevölkerungsgruppen in der Phase des „aktiven Seniorentums“ werden als Nachfragefaktor für bestimmte Produkte und Dienstleistungen an Bedeutung gewinnen, während gleichzeitig mit einem Anstieg der Altersarmut zu rechnen ist. Soweit wie möglich werden dabei unterschiedliche Haushaltskontexte, familiale Nahbeziehungen außerhalb des Haushalts, Chancen und ökonomische Notwendigkeit von Erwerbsbeteiligung sowie Möglichkeiten und Verbreitung ehrenamtlicher Tätigkeiten betrachtet.

Zentrale Datengrundlagen für dieses Arbeitspaket sind EVS und SOEP. Ausgehend von einer Typisierung unterschiedlicher Alterskonsumprofile soll geprüft werden, in welchem Zusammenhang materielle Ungleichheiten mit Ungleichheiten in weiteren Teilhabedimensionen steht. Die sozialen Komponenten der Teilhabe im Alter sollen mit SHARE untersucht werden. Die Nutzung von Alterssurvey, Freiwilligensurvey oder Mikrozensus wird geprüft. 

Bearbeiter des Arbeitspakets

Markus Holler (INIFES) und Constantin Wiegel (INIFES)

 
Ergebnisse
Web-Tabellen Kapitel 19 PDF
Poster
Poster 19: Zunehmende Gefährdung des Lebensstandards im Alter. PDF