Kapitel 14: Unsichere Beschäftigung und Prekarität

Resultierend aus dem untenstehenden Arbeitspaket 11 „Haushalts- und Familienstrukturen als Kontext für Beschäftigungsverläufe“ entstand das Kapitel 14: "Unsichere Beschäftigung un Prekarität", geschrieben von Jan Goebel und Anita Kottwitz.

In diesem Kapitel steht die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen individuellen Beschäftigungsverhältnissen mit prekärem Potenzial und materieller Teilhabe auf der Haushaltsebene im Mittelpunkt. Die Autor*innen geben insbesondere Antworten darauf, ob ein Privathaushalt – als eine Instanz der Wohlfahrtsproduktion – Schutz vor „Armut“ oder „gefährdeter Teilhabe“ bieten kann, wenn sich ein Haushaltsmitglied in prekärer oder unsicherer Beschäftigung befindet.

Zentrales Ergebnis des Kapitels ist, dass sich vor allem zwei Typen von prekären Beschäftigungsverläufen identifizieren lassen. Zum einen gibt es Paarhaushalte, in denen nicht prekäre und prekäre Verläufe ohne weitere Auswirkung auf die Wohlfahrtslage des Haushalts zu beobachten sind. Zum anderen gibt es Haushalte mit prekären Beschäftigungsverläufen der Haushaltsmitglieder, die deren prekäre Lebenslage dauerhaft verfestigen. Auffällig ist, dass sich keine Verlaufstypen mit einer nennenswert abnehmenden oder zunehmenden Teilhabe herauskristallisieren. Insbesondere Personen mit Beschäftigungsverläufen, die durch Arbeitslosigkeits- und Nichterwerbstätigkeitsphasen sowie Beschäftigungsverhältnissen mit prekärem Potenzial geprägt sind, bleiben damit einem hohen Armutsrisiko ausgesetzt.

Das Kapitel steht unter diesem Link als online-first Version zum Download bereit.

 

Arbeitspaket 11: Haushalts- und Familienstrukturen als Kontext für Beschäftigungsverläufe

Arbeitspaket 11 „Haushalts- und Familienstrukturen als Kontext für Beschäftigungsverläufe“ (Abteilung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin) schreibt zum einen grundlegende Kennzahlen zur Ausdifferenzierung von Haushalts- und Familienstrukturen sowie Erwerbskonstellationen („Verdienermodellen“) auf der Datengrundlage des Mikrozensus und des SOEP fort. Dabei werden wie in soeb 2 auch soziale Nahbeziehungen zu Bezugspersonen außerhalb des Haushalts berücksichtigt.

Für Arbeitspakete im Verbund, die andere Mikrodaten mit Haushaltsinformationen nutzen, stellt Arbeitspaket 11 Syntaxbausteine oder beschreibende Metadaten bereit, damit Haushaltsvariablen möglichst harmonisiert generiert werden. Ein eigener, vertiefender Untersuchungsschwerpunkt zielt auf Sicherungsleistungen von Haushalten für Erwerbspersonen in atypischer Beschäftigung oder mit unsicheren Erwerbsmustern. Dazu sollen im SOEP individuelle Beschäftigungsverläufe für Zeiträume von sechs bis zehn Jahren sequenzanalytisch typisiert und dann im Haushaltszusammenhang auf mögliche Ressourcen zur Stabilisierung der Lebensführung untersucht werden. Regionalinformationen auf Kreisebene (etwa lokale Arbeitsmarktbedingungen, räumliche Verteilung von Arbeitsplätzen, soziale Kontakte im Wohnquartier) sollen den im SOEP befragten Haushalten als erklärende Variable zugespielt werden.

BearbeiterInnen des Arbeitspakets

Dr. Jan Goebel (SOEP) und Anita Kottwitz (DIW)

 
Ergebnisse
Web-Tabellen Kapitel 14 PDF
Goebel, Jan/ Kottwitz, Anita: Messung prekärer Wohlfahrtslagen. Vortrag im Rahmen der Jahrestagung der DGS-Sektion Soziale Indikatoren „Lebensqualitätsforschung zwischen Wissenschaft und Politikberatung“ am DIW vom 1.-2. Oktober 2015 PDF
Poster
Poster 14: Unsichere Beschäftigung und Prekarität – im Lebensverlauf und im Haushalt. PDF