I: Mehr Teilhabe ist möglich

Der erste Berichtsteil stellt den thematisch spezialisierten Berichtskapiteln der Berichtsteile II bis V drei Überblicks- bzw. Synthesekapitel voran, die Ergebnisse aus den verschiedenen untersuchten Teilbereichen aufeinander beziehen. Wie auch der auf zentrale Botschaften verdichtete Einleitungstext sollen diese drei Kapitel als „Türöffner“ zum Bericht dienen. Die Arbeitsteilung der drei Synthesekapitel orientiert sich an den Schritten der Umwandlung von gesellschaftlichen Teilhabebedingungen (Kapitel 01) in individuelle Teilhabeergebnisse (Kapitel 03); Kapitel 02 untersucht die Mechanismen dieses Umwandlungsprozesses.

In etwas mehr Worten gesagt: das erste Kapitel behandelt makroökonomische Bedingungen in Deutschland. Die makroökonomische Sichtweise ist eine aggregierende Perspektive auf eine Vielzahl ökonomischer Vorgänge. Sie dient dazu, einen Überblick über die Rahmenbedingungen zu geben, unter denen individuelle Wohlfahrt im Leben vieler Millionen Menschen hergestellt werden kann. Das zweite Kapitel geht auf die Umwandlung ökonomisch möglicher in gesellschaftlich realisierte Teilhabe ein, denn individuelle Teilhabe muss zunächst einmal hergestellt werden, sie ist nicht einfach da kraft formaler Zugehörigkeit einer Person zu einer bestimmten Gesellschaft oder kraft Aufenthalts in einer bestimmten Region. Insbesondere versucht das zweite Kapitel eine Erklärung der beobachteten Diskrepanz zwischen dem gesamtgesellschaftlichem Verteilungsspielraum („kollektives Budget“), der im ersten Kapitel als eher groß eingeschätzt wird, und den teilweise unbefriedigenden individuellen Verteilungsergebnissen, die im folgenden Kapitel detailliert dargestellt werden. Die zwischen Individuen unterschiedlichen Verteilungsergebnisse werden in diesem dritten Kapitel einerseits auf unterschiedliche Wahlhandlungen der Personen, andererseits aber auch auf ungleiche Handlungsspielräume dieser Personen zurückgeführt. Es wird somit eine differenzierte Perspektive eingenommen, für die nicht jeder Unterschied zwischen Personen eine Ungerechtigkeit, aber auch nicht jede Ungleichheit einen Ausdruck individueller Präferenz darstellt.