Werkstattgespräch 6:

Das deutsche Modell im internationalen Vergleich

Welche Bedeutung kann die vergleichende Analyse sozioökonomischer Indikatoren für verschiedene Länder in der deutschen Sozialberichterstattung haben?

Der Forschungsverbund Sozioökonomische Entwicklung hat sich vorgenommen, in seinem zweiten Bericht den gesellschaftlichen Umbruch in Deutschland auch im internationalen Vergleich zu diskutieren. Wo ist der "Umbruchsfall Deutschland" in der wachsenden Vielfalt sozioökonomischer Modelle der europäischen Union zu verorten? Mit der vergleichenden Betrachtung ausgewählter Berichtsgegenstände verknüpft der Verbund nicht die Perspektive eines "Benchmarking". Er verspricht sich vielmehr vom Vergleich mit anderen Ländern ein vertieftes Verständnis der Besonderheiten und der Entwicklungsmöglichkeiten des deutschen Produktions- und Sozialmodells.

In einem ersten Schritt soll Deutschland anhand von Makrodaten, die in harmonisierten Zeitreihen vorliegen, mit den übrigen Ländern der Europäischen Union verglichen werden.

Eine Clusteranalyse soll charakteristische Ländergruppen unterscheiden helfen. Der Datensatz, der für diese Analyse erstellt wird, soll wichtige Indikatoren enthalten, die in der vergleichenden politischen Ökonomie, in der vergleichenden Wohlfahrtsforschung und in Analysen verschiedener Gender-Regimes Verwendung finden. Am ersten Tag der soeb-Werkstatt wird dieser Datensatz mit dem Ziel vorgestellt, die Analysemöglichkeiten zu erörtern, die er bietet.

In einem weiteren Schritt sind vertiefende Vergleiche Deutschlands mit einigen wenigen Ländern auf ausgewählten Politikfeldern beabsichtigt. Hierbei konzentriert sich der Verbund auf eine vergleichende Betrachtung von Mustern der Erwerbsbeteiligung und der Organisation von Sorgearbeit (Kinderbetreuung, Pflege) in Familie und Sozialstaat. Diesen beiden Themen ist der zweite Teil des Werkstattgesprächs gewidmet.

(Peter Bartelheimer) 3./4. Dezember 2007, Göttingen

Ergebnisdokumentation
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