Kapitel 16: Junge Erwachsene

Im jungen Erwachsenenalter sind Gleichzeitigkeiten und Übergänge beim Abschluss der beruflichen Erstausbildung, bei der Arbeitsmarktintegration, bei partnerschaftlichen Beziehungen und bei der Familiengründung zu finden. Hierzu sind zunächst vorliegende Studien auszuwerten, die den Zusammenhang von biografischer Planung und biografischem Handeln in diesen Lebensbereichen und ihre wechselseitigen Abhängigkeiten zum Gegenstand haben. Von besonderem Interesse ist, ob Unsicherheiten bei der beruflichen Karriereplanung sich auf den Kinderwunsch auswirken und ob sich die zeitliche Lücke zwischen Berufseinstieg und Familiengründung ausdehnt. Sind empirisch nur eindimensionale Verschiebungen (späterer Erwerbseinstieg und spätere Familiengründung) zu finden, oder lassen sich verschiedene typische Konstellationen dieser Übergänge finden? Wodurch sind sie determiniert? Lassen sich Effekte des Umbruchs im Produktions- und Sozialmodell in Kohortenanalysen feststellen?

Ziel der Analyse ist es, einerseits die Lücken zwischen Erwerbseinstieg und Familiengründung zu beschreiben und andererseits verschiedene Konstellationen von Erwerbseinstiegs-Familiengründungs-Abfolgen zu erarbeiten. Hierzu bieten sich Längsschnittanalysen an.

Mit Überlebensfunktionen sollen zunächst die Dauern der Lücken zwischen Erwerbseinstieg und Familiengründung beschrieben werden. Dabei ist zu prüfen, inwieweit hier Kohortenanalysen einfließen können. Um Typen zeitlicher Abfolge, inklusive der Lücken herausarbeiten zu können, sollen Sequenzanalysen und „Optimal Matching“ durchgeführt werden. Sequenzen sind eine Aneinanderreihung von bestimmten Zuständen, wie im Lebensverlauf, eine Aneinanderreihung von Ereignissen. Mit der Sequenzdatenanalyse und im weiteren dem Optimal Matching wird der Art der Aneinanderreihungen sowie Gleichzeitigkeiten der Ereignisse und der jeweils zeitlichen Dauer Rechnung getragen.

Ergebnisse
Schmidt, Tanja (2009): Methodenbericht zur Analyse des Übergangs ins Erwachsenenalter mit dem SOEP. soeb-Arbeitspapier 2009-5 PDF

Bearbeiter des Kapitels

Tanja Schmidt, Schmidt Sozialforschung