Sozioökonomische Berichterstattung als öffentliche Wissenschaft

Sozialberichterstattung ist Wissenschaft im öffentlichen Auftrag. Da die aus empirischen Analysen gewonnenen Daten nicht für sich selbst sprechen, soll ihre sozioökonomische Erweiterung über eine reine Beschreibung hinaus erklärende Analysen, Projektionen bzw. Szenarien gesellschaftllicher Entwicklung ermöglichen, die über die Vielfalt spezialisierter Berichtsfelder und -themen hinausweisen. Themen und normativen Bezugspunkte sind nicht allein im innerwissenschaftlichen Diskurs zu finden, sondern auch in der öffentlichen Auseinandersetzung um die Richtung der gesellschaftlichen Entwicklung. Sozioökonomische Berichterstattung ist auf den Dialog mit unterschiedlichen Teilöffentlichkeiten angelegt.

  • Für die politische und zivilgesellschaftliche Öffentlichkeit nimmt sie eine Aufklärungsfunktion wahr, indem sie empirische Ergebnisse zusammenfasst und deutet. Die Ergebnisdarstellung schließt webbasierte Selbstinformationsangebote nach dem Grundsatz des Open Access, Medienpräsenz und zugehende Präsentationsangebote ein.
  • Im Wissenschaftsbereich sind Kompetenzen der Dauerbeobachtung von Wohlfahrtsentwicklung, Ungleichheit und sozialer Differenzierung in Forschung und Lehre zu verankern und ist Sozialberichterstattung als besondere wissenschaftliche Praxis im Bund, in den Ländern und in den Kommunen fachlich zu unterstützen.
  • Der Austausch über Konzepte, Methoden und Indikatoren findet in spezifischen deutschen und internationalen Fachöffentlichkeiten statt, etwa in der amtlichen Statistik, in Gremien der Dateninfrastruktur, bei Trägern von Sozialberichterstattung und Planung in der Europäischen Union, im Bund, in Ländern und Kommunen, bei Wohlfahrtsverbänden und Sozialpartnern.